Drei Holzhütten am Waldrand, zwischendrin eine Art Gartenanlage.

    Beim Betreten einer der Hütten geht, durch einen Bewegungsmelder ausgelöst, gedämpfte Beleuchtung und Musik an. Es beginnen sich Discokugeln zu drehen und es ertönen sphärische Klänge mit Gesang. Es ist trotz der Musik hermetisch still, wie eine Winternacht.

    Von innen wirkt der Raum auf eine seltsame Weise größer als erwartet. Es riecht nach kalter Luft und modrigem Holz. Der verstaubte Holzboden auf dem man in schmalen Pfaden geführt wird, gibt dumpf nach. Überall sind ausgestopfte Tiere zu entdecken, drapiert zwischen Kitsch und Sammelobjekten, Lampen und Kunstschnee, als wären sie ganz selbstverständlich schon immer hier gewesen. Unter den Tieren befinden sich nicht nur heimische, es wurden in die Landschaft gesetzt: Wildschweine, Rehe, Reiher, Bussarde, Eichhörnchen, Ziegen, Hunde, Katzen, Marder, ein Pferd, ein Puma, Hirsche und sogar ein Bär. Auf den Balken an der Decke und in den Ecken kleinere Tiere; Mäuse, Siebenschläfer, Vögel. Zwischen allem eine breite Palette an verworfenen, verlorenen und vergessenen Gegenständen, man könnte auch sagen: Antiquitäten und Sammlerstücke. Die Hütten sind von innen und außen flächendeckend geschmückt mit Ölgemälden in großen goldenen Rahmen, bemalten Tellern, Plastikpflanzen, Spiegelmosaiken, Fellen, Stoffen, zwischen den Tieren getrocknete Pflanzen, Lichterketten, Moos, historischen Werkzeugen und ganzen Kutschen mit Schaufensterpuppen darin. Die überbordende Dekoration sucht sich ihren Weg nach draußen und verbindet mehrere Hütten zu einem Gesamtobjekt.
    Ob der Ort den Tieren oder den Gegenständen gehört, scheint ungeklärt. Genau wie die eigentliche Intention der sich unaufhaltsam räumlich ausbreitenden Ansammlung von Dingen. Und dennoch: der Ort wirkt in seiner Erscheinung wie ein Trost für die Welt und ihrem Schicksal. Alles hat seinen Platz, alles darf sein – alles ist schön. Die Welt draußen hat hier drinnen keinen Platz und wird mit Kunstschnee und Entspannungsmusik des Ortes verwiesen.

    Ich bin neugierig und empfinde so etwas wie Zynismus. Ich kenne dieses „Museum“ schon seit meiner Kindheit und habe es oft besucht. Ich gehe mit meiner Kamera in die Hütten und suche das, was sich hinter dem Zauber verbirgt. Ich möchte freilegen, was Jemanden dazu bewegt, seine Zeit diesem Ort zu widmen, für dieses Projekt zu leben und wie diese Person empfindet. Ich fotografiere mit hartem Blitz und auf Schwarzweißfilm, was eigentlich genau das Gegenteil zur vorgefundenen Situation bedeutet. Ich möchte alles eliminieren was an Stimmung da ist. Vielleicht zeigt sich durch die zwei Extreme, die ich auf diese Weise erfahre, eine Art Nullpunkt an dem etwas sichtbar wird? Ähnlich einem Skelett, das nichts persönliches mehr von einem Menschen übrig lässt.
    Auf den ersten Abzügen erkenne ich neue, bis jetzt nur gedachte Bilder. Im Blitzlicht scheinen die Tiere für einen kurzen Augenblick lebendig geworden zu sein, und dennoch verweist die seltsame Kulisse ganz deutlich auf ihren Zustand. Die Zeit steht noch stiller als in echt. Und das vermeintlich schöne ist plötzlich einer Art Schrecken gewichen und es wird etwas sichtbar, was mir später zum Schlüssel wird als ich jenen kennen und ein bisschen verstehen lerne, der den Ort erschaffen hat.


Work





2022
4
c-print
38 ✕ 30 cm
38 ✕ 30 cm
60 ✕ 75 cm
38 ✕ 30 cm
2022
1
gelatine silver print
70  90 cm
2022
3
gelatine silver print
40 ✕ 50 cm
2022
ongoing
gelatine silver print
41 55 cm
24  30 cm
2021
5
gelatine silver print
55 69 cm
55 71 cm
55 75 cm
55 69 cm
2021
2
gelatine silver print
24 ✕ 30 cm
2021
5
gelatine silver print
24 28 cm
2020
diptych
gelatine silver print
120  152 cm
2020
2
cyanotype on cotton, gelatine silver print
152 175 cm
18  13 cm
2020
3
c-print
100 83 cm
80 100 cm
83 100 cm
2019
6
slide projection
variable
2018
7
gelatine silver print
55 70 cm
2017
3
inkjet print
24 30 cm



Exhibitions


2022
RIZOMA
artgluchowe, Glauchau
group exhibition
Draussen ist es kälter als Nachts
Flamingo Artspace, Reutlingen
group exhibition
2021
Archipelago
MINIMUM, Palermo
group exhibition
Turn Around
Württembergischer Kunstverein, Stuttgart
group exhibition
Spiegel zum Hof
Kunstverein Konstanz
group exhibition
2020
Mercury is gonna sail across the sun on Monday
Kunstverein Gästezimmer e.V., Stuttgart
group exhibition
2019
Various Small Fires
HuMBase, Stuttgart
group exhibition
Budenzauber
Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
solo exhibition


Publications


2022, 2021, 2019
Matratze Magazin
2020
In Your Hands Magazin
2020
roomtone whisper



Grants


2021
Deutschlandstipendium







About

Currently studying at the State Academy of Fine Arts Stuttgart at Prof. Ricarda Roggan, Prof. Udo Koch and at the Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig at Prof. Tina Bara.

Work




Hütte 3
2022
c-print
4
38 30 cm
38 30 cm
60 75 cm
38 30 cm




Hütte 2
2022
gelatine silver print
1
70 90 cm






Gumpen
2022
gelatine silver print
3
40 50 cm





Neue Landschaft
2022
gelatine silver print
ongoing
41 55 cm
24 30 cm








Nester
2021
gelatine silver print
2
24 30 cm














Wohnsitze
2020
c-print
3
100 83 cm
80 100 cm
83 100 cm





Höhle
2019
slide projection
6
variable





Exhibitions



2022
RIZOMA
artgluchowe, Glauchau
group exhibition

2022
Draussen ist es kälter als Nachts
Flamingo Artspace, Reutlingen
group exhibition

2021
Archipelago
MINIMUM, Palermo
group exhibition

2021
Turn Around
Württembergischer Kunstverein, Stuttgart
group exhibition

2021
Spiegel zum Hof
Kunstverein Konstanz
group exhibition

2020
Mercury is gonna sail across the sun on Monday
Kunstverein Gästezimmer e.V., Stuttgart
group exhibition

2019
Various Small Fires
HuMBase, Stuttgart
group exhibition

2019
Budenzauber
Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
solo exhibition




Publications



2021, 2019
Matratze Magazin

2020
In Your Hands Magazin

2020
roomtone whisper




Grants



2021
Deutschlandstipendium





Currently studying at the State Academy of Fine Arts Stuttgart at Prof. Ricarda Roggan / Prof. Udo Koch and at the Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig at Prof. Tina Bara.